Vita

1964 - 1989
Schon als Kind war mein Zeichenblockverbrauch so groß, dass mir mein Vater in den Siebzigern Abfallpacken seines Endlospapierdruckers aus dem Büro mitbrachte.

Ich zeichnete und malte jeden Tag, wenn ich nicht gerade mit dem Trecker das Stroh vom Feld holte oder mit dem Fahrrad meine Oma auf ihrem Bauernhof im Nachbardorf besuchte.

Bodenständig aufgewachsen begann ich 1989 lieber ein Designstudium an der Kunsthochschule in Berlin Weißensee, da es mir und meiner Familie zu riskant erschien, mit freier Kunst meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

1989 - 2006
Nach dem Fall der Mauer war es mir möglich, mit einem Freund (und späterem Geschäftspartner) per Interrailticket durch ganz Westeuropa zu reisen. Dabei genoss ich es sehr, alle an der Uni im Fach Kunstgeschichte als Dia an die Wand projizierten Gemälde, Skulpturen und Bauwerke von Rom bis Edinburgh und von Paris bis Barcelona im Original erleben zu können.
So inspiriert reiste und studierten wir 1991/1992 (gefördert durch einem DAAD-Stipendium) durch Kanada und die USA und vervollständigte gleich unsere mangelnden Englischkenntnisse.

Nach dem Diplom als Produktdesigner 1995 gründeten wir ein Designstudio in Berlin und gestalteten Firmenlogos, entwarfen Messestände, Uhren, Computergehäuse, MP3-Player und Nahverkehrszüge. Trotzdem unser Unternehmen nicht ganz unerfolgreich war, machte mir das Entwerfen mit der Maus am Bildschirm nicht viel Freude. Vielmehr Spaß hatte ich daran, mit realen Stiften zu zeichnen, die sich auf dem Papier abreiben oder eine Tintenspur hinterlassen.
Aus persönlichen Gründen und Abenteuerlust übergab ich deshalb das Studio nach zehn Jahren gemeinsamer Arbeit meinem Partner und Freund, um von 2006-2008 mit dem Fahrrad um die Welt zu radeln.

2006 - 2008
Sehr langsam und mittels eigener Muskelkraft reiste ich zwei Jahre 25.000 km über alle Kontinente und durch 42 Länder. Das täglich Erlebte skizzierte und notierte ich in 24 Skizzenbüchern und schließlich über 200 Reiseaquarellen, Zeichnungen, Collagen und Scherenschnitten. Nach und nach entwickelte ich mehr unbewusst mein eigenes Prinzip, exotische Landschaften, fremde Menschen und Kulturen schnell und mit wenigen Strichen und Zeichenmaterialien aufs Papier zu bringen: meine Methodik des Reiseaquarellierens.

2009 - heute
Diese Methodik vermittele ich seit 2009 als Dozent und Reiseleiter in verschiedenen Kurzworkshops, Tagesseminaren und Malreisen. Als Teil der Urban Sketcher Bewegung zeichne ich weiter wo ich geh und steh und gebe dieses Wissen gern an Interessierte weiter.

In Deutschland, Indien, Ost Timor, Japan, Neuseeland, Brasilien, Südafrika und Äthiopien durfte ich auf mehrerem Reisen meine Arbeit als Reisezeichner in Produktpräsentationen, Workshops, Ausstellungen und Vorträgen präsentieren.

Weil mich das Unterwegs sein mit dem Fahrrad in exotischen Ländern so begeistert, leitete ich von 2009 bis 2019 über 20 Fahrradreisen in Ägypten, dem Sudan, Tansania, Uganda und Äthiopien und bot den Teilnehmern auf diesen Touren Crashkurse im Reiseskizzieren an.

2018 erhielt ich das Angebot eines Lehrauftrags für das Fach Sachillustration an einer privaten Designschule in Berlin.

Als Fahrrad- und Motorradnarr reise ich im Sommer so oft es geht auf zwei Rädern durch die Natur zu meinen Veranstaltungen. Im Gepäck sind Zelt und Schlafsack, damit ich draußen bei Sonnenaufgang über dem Waldrand hinter der Wiese meinen Morgenkaffee von dem Gaskocher genießen kann.