Einleitung
Einleitung

Im Sommer 2008 beendete ich meine zweijährige, 25.000 Kilometer lange Weltumrundung mit Fahrrad, Zelt und Zeichenblock die mich durch 42 Länder über 5 Kontinente führte.

 

Bewusst wählte ich die einfachsten Mittel der Fortbewegung, Unterkunft und Dokumentation, um mich so direkt wie möglich und somit sehr authentisch Landschaften und Menschen zu nähern. Das langsame Reisen per Fahrrad und die intensive Verarbeitung von Eindrücken durch das Malen gaben mir die Möglichkeit mich auf Wesentliches zu konzentrieren. Skizzen und Gedanken füllten immer mehr meiner Notizhefte und sorgten für eine intensive Auseinandersetzung mit Erlebtem und mir selbst. Scherenschnitte, Aquarelle sowie Zeichnungen auf Ziegenhaut und gefundenen Nummernschildern entstanden.

 

Nach und nach entwickelte sich ein völlig neues Gefühl für das Empfinden der zeitlichen Dimension. Eine innere Ruhe und Gelassenheit stellte sich ein, die in der Schnelllebigkeit der westlichen Zivilisation für mich unmöglich gewesen wäre. Nach der künstlerischen Tätigkeit für eine Hilfsorganisation in Äthiopien, bot  mir ein Seidenhändler in Indien die Ausstellung meiner Grafiken an. Das überwältigende Medienecho auf dem Subkontinent sowie die große Resonanz der Leser meiner in Auszügen veröffentlichten Reiseberichte zeigten mir das enorme Interesse der Öffentlichkeit an meinem Projekt. In Südostasien schließlich nahm ich den Lehrauftrag einer Kunstschule an. Eine weitere Ausstellung gemeinsam mit meinen Studenten folgte.

 

Es freut mich, in Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen sowie Radio- und Fernsehsendungen die Kreativität der Langsamkeit und  somit eine Entschleunigung des täglichen Lebens anzuregen.

 

Jens Hübner, Berlin im Januar 2009

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Plakat einer Ausstellung in Indien